Presseberichte

das Institut zur Berufswahl in der Presse:

2015

Die Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Traumberuf

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Die Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Traumberuf

Coach Johannes Wilbert aus Wetter berät Menschen auf der Suche nach dem Beruf ihrer Träume. Und wie sie mitten im Berufsleben wieder anfangen zu träumen.

in kleiner Junge möchte vielleicht Feuerwehrmann werden. Als Teenager wünscht er sich ein Leben als Rockstar. Und wenn die ersten Rechnungen bezahlt werden müssen, heißt sein Ziel: Manager. Ein Gespräch mit Johannes Wilbert, der in seinem „Institut zur Berufswahl“ Menschen im Ruhrgebiet berät – auf der Suche nach ihrem Traumjob.

Wenn jemand zu Ihnen kommt und sagt, er möchte Schauspieler werden. Was antworten Sie ihm?

Wilbert: Wenn jemand so etwas benennt, ist das schon toll. Die meisten, die zu mir kommen, haben gar keine Ahnung, wo die Reise hingehen könnte. Ich versuche, hinter den „Vorhang“ zu schauen. Wenn jemand Schauspieler werden möchte, hat er ein gewisses Bild von diesem Beruf. In der Psychologie spricht man von Motivbildern. Es ist zunächst wichtig herauszufinden, was treibt diesen Menschen da an, warum möchte er Schauspieler werden.

Welcher Antrieb könnte das sein?

Beim Schauspieler könnte das Motivbild „Status und Anerkennung“ sein. Aber auch „Kommunikation“. Oder das Motivbild, sich verstärkt kreativ auszudrücken.

Das kann man als Schauspieler, aber auch in anderen Berufen.

Exakt. Es kann sein, dass er nur sieben Berufe kennt und deshalb den des Schauspielers wählt. Anfangs frage ich immer nach Hobbys. Die eigenen Interessen sind so immanent wichtig. Vielen ist gar nicht bewusst, was sie alles für Interessen haben.

Und wie finden Sie dann den wahren Traumberuf für diesen Menschen?

Wir durchlaufen mehrere Phasen. Die erste Stufe heißt: Was habe ich für Bedürfnisse? In diesem Wort steckt das Wort „dürfen“. Woran darf ich Spaß haben? Auf der nächsten Stufe geht es um das „Können“. In den Bedürfnissen stecken nämlich nicht nur die Motivbilder, sondern auch die Fähigkeiten. Ich habe festgestellt, dass jeder Mensch den Wunsch hat, sich und etwas auszudrücken. Und jeder Mensch möchte gebraucht werden. Und aus diesen beiden Elementen, wenn sie sich vereinen, entsteht wirklich ein Traumberuf. Aber nur, wenn ich das gebe, was ich wirklich kann, und wenn ich merke, es wird gebraucht. Nur dann kann das Glück entstehen.

Bis es aber soweit ist, kann der Weg lang und verwirrend sein. Wie zeigen Sie Perspektiven auf?

Ich versuche im Gespräch herauszufinden, wofür sein Herz schlägt. Ihm wird nach und nach viel über sich selbst bewusst, was seine Interessen sind, was er kann. So entsteht Selbstbewusstsein. Das ist die Voraussetzung für die nächste Stufe: das Wollen. Und das Wollen ist nur möglich in der Kombination von Können und Gebrauchtsein. Wo könnte das gebraucht werden, was dieser Mensch mitbringt? Und dann ergibt sich das Feld der Möglichkeiten.

Am Ende kann ja trotzdem noch der Wunsch stehen, Schauspieler zu werden. Und die Eltern sagen: „Lern’ doch erst mal ‘was Anständiges!“

Somit kommen wir zum vierten Aspekt, dem Gegenteil vom Wollen: das Sollen. Die Fremdbestimmtheit. Was ist wirklich meins? Und was nur der Wunsch anderer? Eltern neigen dazu, von Wegen abzuraten, die sie nicht kennen. Es gibt 320 Ausbildungsberufe, aber wie viele davon kennt jeder? Gleichzeitig möchten Jugendliche in solchen Momenten, obwohl sie eigentlich selbst eine Entscheidung treffen müssen, auf ihre Eltern zurückgreifen, die mehr Lebenserfahrung haben. Aber die haben in diesem Bereich eigentlich auch wenig kennen gelernt. Sie kommen aus einer Zeit, in der die Leute selten ihren Beruf gewechselt haben. Das ist heute anders. Und so greift man zurück, auf das, was man kennt. Der Vater ist Arzt, der Sohn wird Arzt. Die Mutter ist Lehrerin, die Tochter wird Lehrerin. Das sind aber eigentlich nur Reflexe.

Wo stehen sich die Menschen noch selbst im Wege?

Ein allzu großes Sicherheitsbedürfnis steht an oberster Stelle der Stolpersteine. Oder auch „Status und Anerkennung“. Wenn jemand nur deshalb auf die Bühne will, wird er abhängig von der Anerkennung anderer. Leute werden Manager, weil sie denken, da habe ich Status und Geld. Geld ist auch ein wichtiges Motiv. Die Leute sagen dann zum Beispiel, ich werde Ingenieur, die werden gebraucht und damit kann man gut verdienen. Sie beschäftigen sich nicht mit dem Inhalt, der da gefordert wird. Sie fangen an und merken, sie können das gar nicht. Und dann werden sie auch nicht gebraucht.

Es gibt Menschen, die dürfen, können und wollen ihren Traumberuf ausüben und erleben im Alltag einen Alptraum . . .

Sagen wir mal, ich habe ein Theaterprojekt in der Schule gemacht und fand das toll. Ich mache weiter und merke später, ich bin ganz anderen Dingen ausgesetzt. Ich habe vielleicht einen Regisseur, mit dem ich überhaupt nicht klarkomme. Dabei war das Beziehungsverhältnis zum Lehrer in diesem Theaterprojekt doch so toll, die emotionale Bindung so stark und förderlich. Aber wir haben alle Stärken und Schwächen. Auch ein Regisseur, der etwa ungeduldig ist. Der Pädagoge vorher war vielleicht sehr geduldig. Und plötzlich wird es anders und der Traumberuf entwickelt sich zu einem Alptraum.

Wie können solche Menschen wieder in ihrem Berufsleben träumen?

Indem sie mutig sind, über ihre Gewohnheiten springen, mit anderen sprechen . Vielleicht nehme ich den falschen Platz im Unternehmen ein, vielleicht wäre eine andere Stelle in der Firma für mich besser? Aber der Personalleiter weiß es gar nicht, weil er mich nicht so gut kennt. Manchmal ist es gut, in eine andere Umgebung zu kommen, weil ich mich dort viel besser entfalten kann. Aber manchmal kann man auch etwas an seinem Arbeitsplatz verändern, ohne dass man ihn verlassen muss.

Maren Schürmann

Wie man Worthülsen erkennt: Interview mit Johannes Wilbert

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Wie man Worthülsen erkennt

Seit 14 Jahren berät Johannes Wilbert vom Institut zur Berufswahl Schüler in Düsseldorf und Umgebung zum Thema Berufswahl. Im Interview spricht der Experte, der bei „Impuls – Das Forum rund ums Studium“ zu Gast sein wird, über Kardinalfehler bei der Studienfach- oder Ausbildungsplatzsuche.

Wie finden Schüler den für sie passenden Studienplatz?
JOHANNES WILBERT Schüler sollten sich zu Beginn vor Augen führen: Was macht mich aus? Wofür interessiere ich mich und wofür kann ich mich begeistern? Jeder Mensch hat Interessen, Begabungen und Bedürfnisse. Daraus lassen sich Motivbilder ableiten, die ganz wichtig sind für die Berufswahl. Denn wer sich über die persönliche Motivation im Klaren ist, für den scheiden bereits viele Berufsbilder aus.

Welche Rolle spielt die Meinung der Eltern oder von Freunden bei der Berufswahl?
WILBERT Oft eine zu große. Selbstbestimmt statt fremdbestimmt lautet das Credo. Meinungen wie „Dein Traumberuf ist aber doch am Arbeitsmarkt nicht gefragt“ sollten jungen Menschen durchaus selbstbewusst entgegen treten, um den Beruf auszuwählen, der wirklich zu einem passt. Ich warne davor, einfach ein Allgemeinstudium wie zum Beispiel BWL zu beginnen, ohne seine Motivbilder zu kennen, und damit zu meinen, sich „alle Optionen offen zu halten“. Das kann schiefgehen.

Für wen ist ein Studium, für wen eher eine Ausbildung das Richtige?
WILBERT Das hängt davon ab, wie ausgeprägt die kognitiven, praktischen und emotionalen Kompetenzen sind. In einem Studium sind eher kognitive Kompetenzen gefragt, also Denkvermögen, analytische Fähigkeiten und das Reproduzieren von Wissen. Emotionale Kompetenzen, Entscheidungen nach dem Gefühl zu treffen, sind hier kaum gefragt. In einer Ausbildung steht das Praktische im Vordergrund, das „learning by doing“, erst dann emotionale und kognitive Kompetenzen. Wer dort Stärken hat, sollte sich auch für eine Ausbildung oder praxisbezogenes Studium entscheiden und im Anschluss vielleicht ein Voll-Studium beginnen.

Wann sollten sich junge Menschen für ein duales Studium entscheiden?
WILBERT Bei einem dualen Studium steht das ganzheitliche Lernen im Vordergrund, theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte finden im Wechsel statt. Beeindruckend finde ich: Während die Abbruchquote bei öffentlichen Studiengängen bei bis zu 40 Prozent liegt, werden duale Studiengänge nur in etwa zehn Prozent der Fälle abgebrochen. Ein weiterer Vorteil ist: Bei einem dualen Studium findet oft ein Auswahlverfahren statt. Durch diesen Prozess kann der Interessent herausfinden, ob das Ausbildungsfach etwas für einen ist oder nicht. Wenn Schüler das für sie passende Thema gefunden haben, bleibt trotzdem oft die Qual der Wahl der richtigen Ausbildungseinrichtung.

Wie behalten Schüler den Überblick?
WILBERT Bei 320 anerkannten Ausbildungsberufen und rund 9000 Grund-Studiengängen in Deutschland ist ein Überblick über alle Angebote in der Tat schwierig. Wichtig ist vor allem, sich nicht von Worthülsen wie „internationales Management“ verwirren zu lassen. In diesem Fall geht es um Fremdsprachen- Kenntnisse und ökonomisches Wissen in Form eines BWL-Studiums. Beim Übersetzen dieser Worthülsen helfen unter anderem Berufsberater wie ich.

2014

Institut für Berufswahl zu Gast in der Gesamtschule – Neuntklässer begeistert

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Über ungeahnte Talente zum Berufswunsch

In zwei Gruppen hat sich Wilbert jeweils einen Tag lang mit den Schülern zusammengesetzt, sich mit ihnen beschäftigt und ihnen geholfen, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken.

„Wer sich selbst besser einschätzen kann, weiß auch besser, welcher Beruf zu ihm passt“, sagt der  Trainer. Und so entdeckte der eine oder andere nach dem Tag mit dem Berufsberater gar ungeahnte Talente und Interessen. „Ich wusste gar nicht, dass ich diese Fähigkeit habe“, war nach dem Beratungstag schließlich oft zu hören. Beim Nachwuchs kam diese Art der Berufsorientierung bestens an. „Das war komplett anders als bisher, viel besser“, resümierte eine Schülerin.

Anders als im BIZ-Mobil zum Beispiel, in dem die Schüler den Computer auf eigene Faust nach Berufen durchforsteten, habe Wilbert sich Zeit für den Nachwuchs genommen. „Sie haben nicht nur nach unseren Berufswünschen gefragt, sondern auch nach uns selbst“, lobte ein anderer Schüler.

Der Besuch des Institutes zur Berufswahl aus Wetter war durch Fördergelder von Gelsenwasser ermöglicht worden. Aber auch neben solchen Sonderprojekten wird die Berufsorientierung an der

Fröndenberger Gesamtschule groß geschrieben. „Das ist eine Pflichtaufgabe, die die Gesamtschule sehr ernst nimmt“, sagt Herbert Dickmann, der an der Gesamtschule einer von fünf Studien- und Berufsorientierungsberatern ist. Dass die Gesamtschule diese Aufgabe obendrein auch noch  außerordentlich gut erledigt, zeigt die Rezertifizierung  der GSF als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“.

Erst kürzlich hat sie erneut das Zertifikat erhalten, das nun für die nächsten fünf Jahre gültig ist, ehe es erneut rezertifiziert  werden muss. Was sie nach der Schule einmal werden möchten, wussten die Neuntklässler der Gesamtschule nicht so genau.  Johannes Wilbert vom  Institut zur Berufswahl hat das geändert.

2013

Arbeitswelt erkunden und Wunschberuf finden

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Phoenix-Gymnasiasten erarbeiten Berufsbilder

Von Natasa Balas
HORDE. Was kommt nach der Schule? Studium oder Ausbildung? Wo liegen meine Fähigkeiten und was soll ich daraus machen? Um diese Fragen und noch ein paar mehr zu beantworten, haben 30 Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Phoenix•Gymnasiums an einem dreitägigen „Berufsorientierungscamp“ (BOC) teilgenommen.

Die Schüler besuchten die Handwerkskammer Dortmund, waren dort in den Werkstätten und führten Interviews mit den Azubis, um die Berufe besser und hautnah kennenzulernen.

„Am Anfang waren die Schüler sehr unsicher und wussten nicht so recht, wie sie sich den einzelnen Berufen nähern sollten“, sagt Henrike Fink, Lehrerin für Deutsch und Sozialwissenschaften an der Schule. Unterstützung gab es daher von Johannes Wilbert vom Institut zur Berufswahl. „Wir haben den Schülern zunächst journalistische Qualitäten nahe gebracht«, sagt der Jobcoach, „danach sollten sie die Arbeitswelt erkunden.“

Am Ende des Camps präsentierte jeder Schüler seinen „Wunschberuf“ vor der gesamten Stufe. Vor den großen und bunten Plakaten versammelten sich die Neuntklässler und informierten sich. Logopädie, Eventmanagement, Psychologie, Klavier- und Cembalobauer oder Polizei: Infos gab’s zu den unterschiedlichsten Berufen. Florian Behrendt stellte den Beruf des Fotografen vor. „Das Projekt hat mir dabei geholfen, zu gucken, was mir Spaß macht, welche Eigenschaften und was für Fähigkeiten ich habe“, sagt der 14-jährige, „ich weiß jetzt, dass ich später gerne einen Beruf hätte, in dem ich aktiv und kreativ sein kann.,“
Was Berufsberater zum freiwilligen Wehrdienst und Bundesfreiwilligendienst sagen

„Eine Zeit lang aussteigen, etwas zurückgeben, sich testen, vielleicht einmal etwas ganz anderes machen: Tausende junge Erwachsene arbeiten für den Staat beim Bundesfreiwilligendienst oder beim freiwilligen Wehrdienst. Die einen bewähren sich sozial, kulturell oder für die Umwelt, die anderen unterstützen die Bundeswehr mit allem was dazu gehört samt Grundausbildung und im Zweifel – nach einem Jahr – einem Auslandseinsatz. Die Bundeswehrreform mit dem Aussetzen der Wehrpflicht und des Zivildienstes jährt sich am 1. Juli zum zweiten Mal.“
Lesen Sie mehr auf WAZ.de

2012

Hinter jedem Interesse stecken Stärken

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Ein Berufscoach hilft Schülern in der Werkstadt bei der Wahl ihrer Ausbildung auf die Sprünge

Von Dennis Sohner
Mechatroniker, Informatiker, Chemie-Laborant – so wichtig die Jobsuche ist, so schwierig ist der Kampf durch den Lehrstellen-Dschungel. Lisa, Isabel, Gero, Nico (alle 18) und Max (17) gingen bei einem Workshop des Instituts zur Berufswahl in der Werkstadt auf die Suche nach ihrem Traumberuf – vor allem aber nach verborgenen Stärken. Entdeckt wurden: Tüftler, Sprachtalente und Organisationskünstler.

„Für viele Jugendliche ist es leichter zu sagen, was sie nicht können, als was sie draufhaben“, weiß Berufscoach Johannes Wilbert (52), der jahrelange Erfahrung als Ex-Personalleiter mitbringt. Der Grund: „In der Schule lernen sie, was sie falsch machen. Das, was gut läuft, wird ihnen nicht bewusst gemacht.“ Und so tasten sich die fünf Schüler beim Workshop an ihre Interessen heran. „Denn hinter jedem Interesse“, so Wilbert, „stecken Stärken“. […] Ein klares Bild von den Jobs und den Anforderungen haben die Fünf aber nicht. „In jeden Fall muss man kreativ und zielstre-big sein“, hat Max sich überlegt. […] Weit über die Internet-Suche sind die meisten noch nicht hinaus gegangen. „Das ist die Faulheit“, winken die Jungs ab, bei Isabel und Lisa ist es eher „die Angst, Fehler zu machen“. In jedem Fall, erklärt der Berufscoach, sei es eine Blockade auf dem Weg zum Traumjob. […] Bei Sprachtalent Isabel geht es in Richtung italienische Kulturwissenschaften, Lisa kann sich einen Job in der Pharmazie vorstellen. Organisationstalent Max hat sich den Veranstaltungskaufmann auf die Fahnen geschrieben. Nico weiß jetzt: „Ich bin ein Tüftler. Als Ingenieur könnte ich mich vorstellen“. […]

Hilfe für Jugendliche und auch für Eltern
Johannes Wilbert leitet seit 2001 das Institut zur Berufswahl (IZB). Er ist ausgebildeter Vermittlungscoach und Dialogprozessbegleiter. Wilbert berät meh-ere hundert Jugendliche und Studenten bei der Berufswahl pro Jahr sowie Eltern, damit sie ihre Kinder unterstützen können.

Der Jobcoach hat an Schulen in ganz NRW Workshops mit Jugendlichen veranstaltet. Er ist Mitglied im Verband für Berufsberater und eingetragen im Berufsberaterregister. Weitere Informationen zu den Workshops und zu Johannes Wilbert gibt es im Internet unter www.institut-zur-berufswahl.de

Wie du wirst was Du sein willst

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Beim Berufswahl-Coaching in der WerkStadt sind auch die Eltern wichtige Gesprächspartner

 „Wie du wirst, was du sein willst“ – unter diesem Motto steht ein Workshop des Instituts zur Berufswahl. Aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs strömen im kommenden Jahr rund 150 zusätzliche Jugendliche auf den Wittener Ausbildungsmarkt.
„Da kann es für den einen oder anderen schon eng werden“, betont Institutsleiter Johannes Wilbert (Foto). „Insbesondere dann, wenn ein Heranwachsender keine wirklichen Vorstellungen von seinem zukünftigen Berufsleben hat.“
Vor dem riesigen Angebotsdschungel kapitulieren viele. Auch die Eltern — als erste Ansprechpartner — sind oftmals überfordert. „Eltern spielen eine wichtige Rolle im Prozess der Berufswahl ihrer Kinder“, weiß der 52-Jährige aus Erfahrung. „Aber sie dürfen ihre eigenen Erwartungen nicht auf den Nachwuchs übertragen. Das führt unweigerlich zu Konflikten.“ […]

Aus diesem Grunde bietet das Institut zur Berufswahl auch Informationsabende für Eltern an, damit diese zu selbstbewussten Partnern bei der Suche nach dem Wunsch- den können. Der erste Elternabend wurde von den Wittenern gut angenommen. Viele persönliche Fragen und Probleme kamen zur Sprache. Ein Sohn verweigert total das Gespräch. Eine Tochter gibt sich völlig ratlos. […] „Gemeinsame Berufserkundung sollte immer auf Augenhöhe stattfinden. Wie ein Dialog“, erklärt Coach Johannes Wilbert. „Aber man muss dem Kind seine Entscheidungsfreiheit lassen.“ Der Prozess der Berufswahl sei sehr eigenständig. Egal wohin er führt. […] Am Anfang sollte allerdings folgende Überlegung stehen: „Ich muss erst wissen, was ich kann. Dann weiß ich auch was ich will.“ Der Beruf sollte zu einem Menschen passen und nicht umgekehrt. „Nur so kann man später im Berufsleben seinen Beruf auch leben und lieben“, so der Coach.

Schüler suchen wegen Doppel- Abi nach Plan B

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Im nächsten Jahr machen 260 Gymnasiasten in Witten zusätzlich Abitur, mehr Ausbildungsplätze gibt es aber nicht. Die Sorge bei Eltern und Jugendlichen wächst. Und auch die Lehrer kommen ins Schwitzen

Von Dennis Sohner

Das nächste Abitur ist erst im Frühjahr; doch schon jetzt bringt das gemeinsame Abi des letzten 13. und des ersten G8-Jahrgangs der drei Wittener Gymnasien viele ins‘ Schwitzen. Für die rund 260 zusätzlichen Ab-solventen wird es eng auf dem Ausbildungsmarkt, verunsicherte Eltern und Schüler stürmen Beratungsstellen, Lehrer der drei Gymnasien befinden sich in der heißen Organisationsphase.

Die Schüler, die in diesem Jahr ihr Abi gemeistert haben, ahnten es wohl früh: Eine Lehrstelle in 2013 zu finden, das wird schwer. „Viele haben sich schon eine Ausbildung in diesem Jahr gesucht, um den doppelten Abijahrgang in 2013 zu umgehen“, weiß Friedhelm Schulz, Berufsberater der Arbeitsagentur Hagen. Doch auch ohne die Bewerber, die in diesem Jahr ihren Abschluss gemacht haben, wird es enger als sonst auf dem Ausbildungsmarkt.

Es gibt nicht mehr Lehrstellen
In Witten machen 260 Schüler zusätzlich ihr Abi, mehr Lehrstellen gibt es aber nicht. „Zurzeit sind 236 Plätze gemeldet. Das ist etwa das Niveau des Vorjahres“, stellt Experte Schulz fest. Der Berufsberater weiß aus vielen Gesprächen um die Sorgen der Schüler. Weil der Bedarf so groß ist, wurde sogar eine zusätzliche „Abiberaterin“ eingestellt.

„Die Schüler fragen nach einem Plan B, falls es mit der Ausbildung oder dem Studium nicht klappt“ , so Schulz. Er rät Gymnasiasten, über den Tellerrand hinaus zu blicken, weil typische Berufe wie Bankkaufmann verstärkt nachgefragt würden und es zwar mehr, aber nicht ausreichend Studienplätze für jeden gebe.

„Für manche kann eine Ausbildung oder ein Studium in einem anderen Bundesland oder. im Ausland eine Alternative sein. Auch ein freiwilliges Soziales Jahr ist eine Möglichkeit, um 2014 eine Ausbildung zu beginnen“, so Schulz.

Auch in den Schulen laufen die Vorbereitungen auf den Doppeljahrgang auf Hochtouren. „Das ist eine außergewöhnliche Herausforderung für uns“, sagt Schulleiter Gerhard Koch. 177 Schüler machen im nächsten Jahr am Schiller-Gymnasium ihr Abi —66 zusätzlich, die jetzt die 12. Klasse besuchen.

„Bei so vielen Schülern müssen wir mehr Aufsichtspersonal und Räume haben“, erklärt Koch. Dass ein Lehrer mehrere Abikurse betreuen und damit erheblich mehr Klausuren nachsehen muss, habe man weitestgehend verhindert. „nütz aller Vorbereitungen kann es sein, dass manche Kurse anderer Jahrgänge ausfallen, weil ihre Fachlehrer bei Abiprüfungen im Einsatz sind“, sagt Ulrich Janzen, Leiter des Ruhr-Gymnasiums. Zumindest die Schüler dieser Klassen dürften sich über das „Doppel-Abitur“ freuen.
Für meinen Sohn tickt die Uhr

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Eltern berichten bei Info-Abend von Problemen ihrer Kinder bei der Berufswahl

Viele Bewerber, wenige Plätze: Der doppelte Abiturjahrgang sorgt bei Eltern für Verunsicherung. Zehn Mütter und Väter sprachen bei einem Elternabend des Instituts zur Berufswahl in der Werkstadt über die Probleme ihrer Kinder auf der Suche nach dem passenden Beruf.

Ihren Namen möchten sie hier nicht sagen, viele der Eltern halten sich auch in der Runde zunächst bedeckt. Es ist nicht einfach, über die Tochter zu sprechen, die sich nicht entscheiden kann zwischen Feier und Fachabi. Dann ergreift eine rothaarige Frau das Wort.

„Für meinen Sohn tickt die Uhr, in einem halben Jahr ist Abi. Aber er weiß noch nicht, was er machen will. Es gibt zu viele Möglichkeiten“, sagt die besorgte Mutter. Eine andere berichtet aus eigener Erfahrung. „Ich hatte zwei Lehrstellen. Erst die, bei der es mehr Geld gab, später habe ich mich für das Herz entschieden.“ Ihre Tochter, die das Berufskolleg besucht, suche noch nach der „Herzentscheidung“. Sie lasse sie in Ruhe suchen. „Wenn ich Druck aufbaue, schottet sie sich ab“, sagt die Mutter.

Hauptsache, der Arbeitsplatz ist sicher, sagen viele Eltern in der Runde. „Ich weiß noch, wie das zu meiner Zeit war. Die Situation war sehr angespannt“, sagt ein Vater, ein Anästhesist. Und dann noch der doppelte Abiturjahrgang. Einer Physiotherapeutin bereitet das Sorge. „Die Ausbildungssituation wird nicht besser und die Zugangshürden für ein Studium steigen bei dem großen Andrang.“ Sie sagt das vor allem mit Blick auf ihren Sohn, einen Gymnasiasten, für den bald die Berufswahl anstehe. „Bei dem komme ich nicht durch. Berufswahl? Absolutes Reizthema!“
 Berufscoach Johannes Wilbert macht den Eltern Mut. „Man muss etwas wagen, über den Tellerrand hinausblicken“, sagt der Ex-Personalleiter, der auch Seminare für Jugendliche anbietet. „In vielen Be-trieben ist die Hälfte der Belegschaft 50 oder älter. Da werden Ihre Kinder später gebraucht.“ Ein Vater resümiert: „Das Wichtigste ist, dass sie im Beruf glücklich werden.“ deso
Kompetenzen entdecken

„Der Berufsberater arbeitet mit verschiedenen Interessensgruppen, bei denen der Schüler im Mittelpunkt steht. Je größer die Überschneidung zwischen »was kann ich« und »wie werde ich gebraucht« , desto besser.“
Mehr im Artikel auf der Internetseite von buerpott.

2011

Methodenkompetenz ist gefragt

Nach Fertigstellung des Berichtes zu den wissenschaftlichen Kompetenzerwartungen an die Beraterschaft, erreichte das Redaktionsteam ein Schreiben von Johannes Wilbert vom Institut zur Berufswahl. Dieser lässt sich an dieser Stelle gut als Ergänzung zum vorstehenden Bericht einfügen. – Die Redaktion

„Oft höre ich von motivierten Berufsberaterinnen das Interesse, die eigene Methodenkompetenz zu erweitern. Um Missverständnisse in der Begrifflichkeit zu vermeiden, möchte ich erst die Begriffe klären, die hiermit im Zusammenhang stehen. Hier fallen mir vier Begriffe auf die in einem Bezug zueinander stehen: Fachkompetenz beschreibt die Fähigkeit Wissen anzuwenden, Einzelwissen aufeinander zu beziehen und sachgerecht entscheiden zu können.Soziale Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, mit anderen gemeinsam lernen und leben zu können. Personale Kompetenz ist das Wissen um eigene Fähigkeiten und Stärken.Methodenkompetenz ist die Fähigkeit, eigenverantwortlich am Lernprozess mitzuwirken.
Gerade im Hinblick auf meine Arbeit in den Schulen, sehe ich im Bereich der Kompetenzbildung einen Handlungsbedarf in der methodischen Vorgehensweise. Die Methodenkompetenz übernimmt hier für mich die Rolle einer Vermittlung der Kompetenzbildungen. Wir alle wissen, wie sehr der Berufswahlorientierungsprozess ein anspruchsvoller Prozess ist, der eine anspruchsvolle Haltung des Beraters an sich selber erfordert. Ich selber beobachte bei mir, wie ich immer wieder neue Methoden aus dem Beratungsgespräch oder Literatur erkunde. Es ist ein breites Lernfeld! Hierbei stellte sich mir die Frage, ob es auch noch mehr Berater gibt, die hier ähnlich motiviert sind, sich auszutauschen und hinzu zu lernen. Gerne möchte ich hierzu anbieten, einen Austausch mit allen Interessierten zu pflegen, um dann zu schauen, wie konkret wir hieran arbeiten wollen.“
Das Redaktionsteam hat sich entschieden, den von Johannes Wilbert angeregten Lernprozess aufzugreifen und mit dem zuvor beschriebenen Klärungsbedarf zu verbinden. Zum einen wird die gemeinschaftliche Aufbereitung des breiten Lernfeldes zur Methodenkompetenz als sehr konstruktiv und gewinnbringend für alle beteiligten Beratungspraktiker erachtet. Zum anderen teilt das Team die Auffassung, dass die Erschließung von Beratungsmethodik ebenso der allgemeinen Kompetenzbildung dienen kann und darüber hinaus auch pragmatische Rückschlüsse auf die tatsächlichen oder potenzielle Ressourcen der Beraterschaft zulässt. Zudem bietet die Methodendiskussion einen pragmatischen Einstieg in das ansonsten weitgehend theorielastige Thema Kompetenzbildung.

Nehmen Sie also Kontakt zu uns auf, wenn Sie sich an einem Austausch zu der vielfältigen Methodik in der Berufs- und Bildungsberatung beteiligen möchten. Oder berichten Sie uns, was sind eigentlich Ihre Methoden, die Ihnen helfen, eine gute Beratungsleistung zu erbringen? Wie und wodurch haben Sie diese Methodenkenntnisse und die dazu notwendigen Fertigkeiten erworben?

Kontakt: j.wilbert@institut-zur-berufswahl.de

Johannes Wilbert (50) Leiter des Instituts zur Berufswahl. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann (Traineeprogramm) insgesamt 19 jährige berufsbezogene Erfahrung im Bereich Verkauf und Personalleitung sowie als Ausbilder. Ausbildung als Dialogprozessbegleiter durch Freeman Dorothy (MIT Bosten). Ausbildung als Vermittlungscoach. Praktika in München und in der Schweiz. 2001: Beginn meiner Tätigkeit als Trainer und Berater. Bisherige Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen Düsseldorf, Hagen und Dortmund. Mit 25 Schulen in NRW werden Workshops zur Berufsorientierung durchgeführt. Einführung von Elternabenden zur Berufswahl an Schulen. 2011 Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis Ruhrgebiet.

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Experten- Telefon: Abi in der Tasche - und dann?

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Studien- und Berufsberater geben […] Tipps und Ratschläge für unentschlossene Abiturienten

Tobias Fülbeck
Zehntausende Abiturienten in NRW müssen in diesen Tagen entscheiden, was sie nun nach ihrer Schulzeit eigentlich machen wollen: Studium, Duales Studium, Ausland? Bei der WAZ-Telefonaktion zum Thema „Abi – und dann?“ geben vier Berufs- und Studienberater Ratschläge und Entscheidungshilfen für Unentschlossene.

Die Zeit drängt: Denn für zulassungsbeschränkte Studiengänge läuft die Bewerbungsphase zum Beispiel nur noch bis zum Freitag, 15. Juli. Durch den Wegfall der Studiengebühren, die Aussetzung der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge in einigen Bundesländern werden die Bewerberzahlen vermutlich stark ansteigen.
Wenn Sie Fragen zum Thema „Abi – und dann?“ haben, werden vier Berufs- oder Studienberater sie am Mittwoch, 13. Juli, bei der WAZ-Telefonaktion von 16 bis 18 Uhr kostenlos beantworten. Die Experten wissen etwa, welche Fähigkeiten man mitbringen sollte, um ein Studium zu beginnen und können über Studienangebote berichten.
Und wer weiß, vielleicht ergibt sich aus einem kurzen Gespräch ein neuer Gedanke für spannende Pläne. Abiturienten, Oberstufenschüler oder Mütter und Väter können unsere Experten mit Fragen löchern.

Am Telefon sitzen für Sie:

  • Johannes Wilbert, privater Berufsberater aus Wetter/ Ruhr mit einem Institut für Berufswahl. Jährlich berät er über 500 Jugendliche in Einzelgesprächen.
  • Birgitt Bongers, Diplom-Pädagogin und Abiturienten-Beraterin der Agentur für Arbeit in Essen.
  • Ludger Lampen, Diplom-Psychologe und Studienberater der Ruhr-Universität Bochum.
  • Caroline Möller, Leiterin der Zentralen Studienberatung der Fachhochschule Gelsenkirchen.
Berufsorientierungscamp

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Berufsorientierungscamp beim Startercenter der SIHK zu Hagen

Das Institut zur Berufswahl von Johannes Wilbert aus Wetter und Iris Rademacher life coaching aus Iserlohn führten erstmals mit 28 Schülern der Jahrgangsstufe 10 des Hildegardis-Gymnasiums Hagen eine Projektwoche zur Berufswahlorientierung durch. Das Berufsorientierungscamp wurde am 17. Oktober mit einer ganztägigen Gründerwerkstatt im Startercenter NRW Märkische Region in den Räumen der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer in Hagen eröffnet. Die hoch motivierten Jugendlichen entwickelten im Laufe des Tages in Gruppenarbeit Geschäftsideen, die sie nach einer Abschlusspräsentation innerhalb der nächsten Tage in und außerhalb der Schule in weiteren Schritten konkretisieren konnten. Mitarbeiter des Startercenters kommentierten die Vorstellung der Geschäftsideen, gaben Hilfe bei der Erstellung und Weiterentwicklung der Geschäftspläne, halfen bei der ersten Prüfung und Analyse der Rohkonzepte sowie bei der Festlegung weiterer Schritte und Bedarfe.

Finanziert wurde dieses Angebot an der Hildegardis-Schule mit Fördermitteln aus der Initiative „Zukunft fördern“. Im Rahmen dieses Projekts unterstützen die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Weiterbildung in Kooperation mit der Wirtschaft über 1.300 allgemeinbildende, weiterführende Schulen in NRW bei der Durchführung von Maßnahmen zur schulischen Studien- und Berufsorientierung.
Wo liegen meine Stärken und wie finde ich meinen Traumberuf?

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Hildegardis-Schüler nahmen an einem Berufsorientierungscamp teil

Wie finde ich meinen Traumberuf? Wo liegen meine persönlichen Stärken? Und welche Berufsmöglichkeiten gibt es in meiner Region?

Schüler der Hildegardis-Schule „campten“ jetzt in der Berufswelt Hagen. Im Rahmen der Berufsorientierungswoche setzten sich Schüler der Einführungsphase (ehemalige Klasse 10) der Hildegardis-Schule yor den Herbstferien mit diesen Fragen auseinander.
28 Jugendliche bekamen die Gelegenheit, bei einem Berufsorientierungscamp in und außerhalb der Schule vielfältige berufswahlbezogene „Lernerfahrungen“ zu machen. Bei einem Kletter-Event wurden Grenzen erkannt und gelernt, sie zu überschreiten. Ein Benimmtraining wurde durch ein Menü in der Rohrmeisterei in Schwerte abgerundet.

Zum Abschluss der Berufsorientierungswoche präsentierten die Camp-Teilnehmer interessierten Mitschülern und Eltern die Ergebnisse der Woche, unter anderem über 150 gesammelte Praktikumsplätze, die in Form einer Börse nun auch anderen Schülern die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz erleichtern.Dieses Projekt wurde begleitet von Johannes Wilbert vom Institut zur Berufswahl aus Wetter und Iris Rademacher. Finanziert wurde dieses Angebot an der Hildegardis-Schule durch 7500 Euro Fördermittel aus der Initiative „Zukunft fördern“. Im Rahmen dieses Projekts unterstützen die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit und das nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule und Weiterbildung über 1300 allgemein bildende, weiterführende Schulen in Nordrhein-Westfalen bei der Durchführung von Maßnahmen zur innerschulischen Studien- und Berufsorientierung.